Off Topic: Zwei Corona, bitte!

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Die Welt steht (weitgehend) still. Das grassierende Coronavirus sorgt bei den Menschen aller Länder für Angst - verständlich. Wir haben es mit einer noch nie dagewesenen Situation zu tun. Deshalb war es auch für mich Zeit, zur akutellen Lage Stellung zu nehmen und meine Gedanken dazu zu veröffentlichen.

 

Es ist eine Krise zur rechten Zeit. Sehen wir uns einmal um: Überall auf der Welt gibt es Krieg, der Klimawandel bedroht die menschliche Existenz und die Gesellschaft verroht. All das sind Vorgänge, die uns zu denken geben sollten und dies zum Teil auch bereits zu tun. Dennoch haben wir uns, so sehe ich das jedenfalls, bisher viel zu wenig damit auseinandergesetzt. Deshalb ist diese Krise eine Chance. Für dich, für mich, für den gesamten Planeten. Wir selbst waren dazu bisher aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage. Deshalb handelte eben die Natur für uns und schärft uns jetzt ein, wieso wir endlich ihre Stimme hören sollten. Scheinbar will sie uns mit aller Macht auf die Dringlichkeit des Handelns hinweisen. Sie will uns offenbar zeigen, dass es höchste Zeit ist, endlich achtsamer mit uns und unserer Umwelt umzugehen.

 

Was macht die Natur also? Sie schickt uns einen Virus und legt alles lahm, einfach so. Beispiele für positive Entwicklungen gefällig? Die Kanäle in Vendig sind so sauber wie seit 70 Jahren nicht, der Smog in China ging drastisch zurück, die CO2-Emissionen sinken weltweit (teils rapide), Kriegshandlung werden aufgrund der Pandemie zurückgefahren oder eingestellt. Mir sind deshalb zwei Dinge sehr wichtig, auf die ich nun gerne eingehen möchte:

 

1. Das Coronavirus braucht uns keine Ansgt zu machen. Wenn jeder seinen Teil beiträgt, haben wir die Situation in überschaubarer Zeit überstanden. Und: Es geht um eine realistische Einschätzung der Wirklichkeit.

 

2. Nutzen wir diese Chance, die sich uns dadurch bietet. 

  

"Normale" Grippe nach wie vor tödlicher

 

Wenn ihr euch vor der "normalen" Grippe nicht fürchtet, dann braucht ihr das bei CoV19 auch nicht zu tun. Nur zum Vergleich: Derzeit (17.3. morgens) halten wir beim in Europa am stärksten betroffenen Italien bei rund 2150 Toten seit dem dortigen Ausbruch der Krankheit vor zwei Monaten (also etwas mehr als 1000 pro Monat). Die Rekord-Grippesaison 2016/2017 forderte rund 5.000 Tote pro Monat in unserem südlichen Nachbarland. Damals wurden weder Grenzen gesperrt, noch Ausgangssperren verhängt. Nur um das klarzustellen: Wir sollten die Krankheit bewusst wahrnehmen und darauf achten, gefährdete Personen nicht in Gefahr zu bringen. Das sollten wir aber ohnehin in der Grippesaison immer tun, nicht erst jetzt, wo es einen neuartigen Stamm gibt. Es geht nicht darum, zur Leichtsinnigkeit aufzurufen, sondern um eine realistische Einschätzung der Wirklichkeit. Schützen wir uns und unsere Gesundheit und damit das Gesundheitssystem im Land. Denn hier sehe ich die eigentliche Gefahr: Es gibt die Grippesaison nun quasi "doppelt" - und darauf ist die medizinische Infrastruktur nicht ausgelgt. Wenn jeder von uns achtsam ist, dann können wir aber mit vereinten Kräften das Gesundheitsystem vor dem Kollpas bewahren. 

 

Situation ist eine riesige Chance

 

Passen wir wieder besser auf einander auf. Wascht euch die Hände (wie ihr das ohnehin immer tut/tun solltet). Lebt ganz bewusst weiter und seht die Situation als Chance für uns alle. Als Chance, sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Als Chance, euer Leben einmal rundum zu betrachten, zu durchleuchten, zu reflektieren. Nutzt die Umstände, um euch Zeit für die Dinge zu nehmen, die in unserer sonst so hektischen Welt oft viel zu kurz kommen. Und vor allem: Keep it easy. Das Virus ist für Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, eine Herausforderung. Diese gilt es zu schützen. Wenn ihr jetzt jedoch rundum gesund seid, dann werdet ihr das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nach Corona sein - egal ob ihr daran erkrankt wart oder nicht.

 

Und in einer Sache bin ich mir völlig sicher: Wir werden aus der akutellen Lage gestärkt hervorgehen. Mit einem anderen, verbesserten Bewusstsein für uns selbst, die Natur und die gesamte Gesellschaft. Diese Krise ist eine riesige Chance und die Natur schärft uns das gerade mit Nachdruck ein. Hören wir darauf. Übernehmen wir die Verantwortung. Ich würde auch euren und meinen Enkelkindern gerne noch eine lebenswerte Welt - hier wie auch überall anders auf dem Planeten - bieten können.

 

Mein Appell an euch: Tragt euren Teil dazu bei, dass wir bald wieder andere Sorgen haben und lasst euch bitte nicht verrückt machen. Wenn wir uns in einem Jahr darüber streiten können, warum die Wiener Austria das obere Playoff schon wieder verpasst hat - dann ist alles gut.

 

Abschließend möchte ich noch eine liebgewonnene Bekannte zitieren. Sie wurde 1930 geboren und kommentierte mir gegenüber die derzeitigte Situation wie folgt:

 

"In den 30ern hab' ich die Nazis ausgehalten, in den 40ern den Krieg. Unser vor dem Krieg neu gebautes Haus wurde von Bombentreffern niedergerissen. In den 50ern haben wir das Haus genauso wie unser Land aus quasi gar nichts wieder aufgebaut. In den 60ern sind wir knapp einem Atomkrieg entronnen. In den 80ern hab ich Tschernobyl überstanden. Da hab ich wesentlich mehr Angst gehabt. Das schaff ich jetzt auch noch."

 

Ich lasse das mal so stehen und freue mich darauf, hoffentlich bald wieder in meinem Lieblingsrestaurant meine Bestellung aufgeben zu dürfen:

 

"Zwei Corona, bitte!"

 

Euer,

René Mersol

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